Einen Recurvebogen selber bauen

Ich möchte dir wirklich ans Herz legen die Anleitung durchzulesen. Du wirst merken, dass es gar nicht so schwer ist einen starken Bogen zu bauen und, dass es nicht viel Material und Vorkenntnisse benötigt. Der Spaßfaktor ist hoch und die Kosten gering. Aber genug gelabert, kommen wir zur Sache:
Recurvebogen selber bauen

 

Schritt 0: Der Bogenrohling

Meinen Bogen baue ich aus Rattan. Rattan ist sehr strapazierfähig und leicht zu verarbeiten. Den Rohling kannst du einfach auf Amazon bestellen. Wenn du mehr über das Holz wissen willst habe ich dir hier ein paar Infos zusammengestellt.

rohling
Bogenrohling aus Rattan

  • Preis: 28,99
  • Länge: 182cm

Schritt 1: Den Rohling in Form bringen

➤  Werkzeug: Hobel, Hammer/Beitel, Feile (eine grobe und eine feine), Sandpapier
➤  Zeitaufwand: 3 Stunden

1. Als erstes messe ich die Bogenlänge aus und markiere die Mitte. Jetzt von der Mitte etwa 6 cm nach links und rechts markieren und den Griff aufzeichnen.

2. Mit dem Hobel nehme ich Material weg und verdünne die Arme zum Ende hin. Wichtig ist hierbei nicht zu viel Material wegzunehmen (bei Rattanholz passiert das schnell) und beide Bogenarme möglichst gleichmäßig gerade zu bearbeiten.

3. Um den Bogenarm direkt hinter dem Griff auszudünnen arbeite ich mit dem Beitel. Aber vorsicht – gerade hier darf nicht zu viel Material runter, damit der Bogen am Griff dicker und zum Ende hin dünner wird.

4. Jetzt kann der Griff bearbeitet werden. Hierfürdrehe ich den Rohling um 90° und arbeite vorsichtig den Griff aus. Hierfür nehme ich wieder den Beitel und eine Feile. Dann um 180° drehen und das gleiche auf der anderen Seite wiederholen.

5. Im nächsten Schritt kann der Bogen seitlich eingespannt bleiben, denn jetzt werden die Enden den Bogens ausgedünnt. Hierfür setze ich den Hobel ungefähr bei den letzten 30cm des Bogenarmes an und nehme vorsichtig auf beiden Seiten Material weg. Achte aber darauf, dass die Rundung des Bogenrückens erhalten bleibt. Dabei helfe ich mit der Feile etwas nach.

6. Jetzt kommt die Feinarbeit: Mit einer kleinen Handsäge schneide ich mit einem Abstand von ca 1cm kleine Rillen. Mit einer kleinen Feile werden diese zu den Sehnenaufhängungen vergrößert. Die Kerbe verläuft hinter dem Bogenrücken von einer Seite zur anderen. Vorne wird die Feile schräg angesetzt, damit die Sehne später gut liegt.

7. Die fertige Aufhängung bearbeite ich von allen Seiten mit Sandpapier. Die innerhalb der Rille muss geschliffen werden, damit die Sehne sich nicht später an rauem Holz beschädigt.

 

Schritt 2: Das Feintuning

➤ Werkzeug: Ziehklinge, Tillerbrett (oder eine ähnliche Vorrichtung), Sandpapier, Feile
➤ Zeitaufwand: 1 Stunde

1. Zunächst muss die Sehne angebracht werden. Ich benutze eine aufgerollte Polyester-Seemanns-Schnur. In das eine Ende knote ich einen Pastek und hänge ihn ein. Etwa 15 cm unterhalb der anderen Aufhängung verknote ich das andere Ende der Sehne zum Palstek und fädel es um den Bogenarm.

2. Ist die Sehne fertig angebracht wird der Bogen eingespannt. Dazu steige ich mit einem Bein zwischen die Sehne und den Bogen. Jetzt wird der untere Bogenarm an das Schienbein gedrückt, der Bogen gebogen und die Schlaufe in die Aufhängung geschoben. Mache nicht den Fehler den Bogen auf den Boden zu drücken. Damit riskierst du die Spitze zu beschädigen.

3. Ist der Bogen einmal gespannt kommt das so genannte Tillern des Bogens. Dabei wird der Bogen in eine Vorrichtung (Vorzugsweise ein Tillerbrett) eingespannt, sodass man die Rundung des gespannten Bogens überprüfen kann. Jetzt gehe ich mit einem Stift ran und markiere die Stellen die sich weniger biegen (hier: der rechte Bogenarm). Mit einer Ziehklinge und Feile bearbeite ich die Stellen, bis von der Markierung nichts mehr zu erkennen ist und überprüfe das Ergebnis am Tillerbrett.

 

Schritt 3: Den Recurve einbiegen (optional)

➤ Werkzeug: Heißluftfön oder Brenner
➤ Zeitaufwand: bis 1 Stunde

Für das Einbiegen eines Recurves sprechen 2 Gründe.

1. Es sieht gut aus 😉
2. Der Bogen wird stärker

Achte also darauf, dass der Bogen vorher nicht zu stark ist. willst du einen Recurve einbiegen und der Bogen ist bereits vorher sehr stark solltest du mehr Material runternehmen (wie im Schritt 1.2). 

Für das Einbiegen von Rattanholz reicht bereits ein Heißluftfön oder Brenner. Das Material wird an den Bogenenden erwärmt und dadurch weich und biegsam. Dabei werden die Bogenenden auf einer Arbeitsplatte (oder worauf auch immer) in die entgegengesetzte Richtung gedrückt. Dabei behält das Holz die vorgegebene Form und der Recurve ist fertig. Wie lange der Bogen braucht, bis er die Form behält hängt von der Bogenstärke ab. Hast du einen sehr kräftigen Bogen solltest du auch mit viel Kraft (keine Angst – der Bogen bricht nicht) und Geduld die Form eindrücken.

Zu guter Letzt: 

 einspannen

und feuer frei

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